Binär bedeutet so viel wie ‚paarweise vorkommend‘. Das binäre Geschlechtermodell ist die Vorstellung, dass es nur zwei Geschlechter gibt, die ein Gegensatzpaar bilden – nämlich männlich und weiblich. Dieses binäre Modell wird auch als Zweigeschlechtlichkeit bezeichnet. Die beiden Geschlechter lassen sich in einem engeren Verständnis des binären Konzepts zweifelsfrei anhand körperlicher Merkmale festlegen. Somit schließt es trans*, inter* und nicht-binäre Menschen aus. In einem weiteren Verständnis umfasst das binäre Modell sowohl cis als auch trans* und inter* Personen, die sich eindeutig als entweder männlich oder weiblich identifizieren.
Leistungsklassen und Wettbewerbe sind weiterhin größtenteils in ‚männlich‘ und ‚weiblich‘ kategorisiert. Selbst bei Individualsportarten lassen nur wenige Sportverbände eine Auflösung dieser starren Zweigeschlechtlichkeit zu. Die binäre Unterteilung nach Geschlechtern im organisierten Sport ist damit schärfer als in der Biologie. Dadurch werden Personen, deren Körper in Bezug auf Aussehen und Leistung nicht in diese binäre Geschlechterordnung passen, häufig vom Sport ausgeschlossen.