Cisnormativität

Cisnormativität setzt Cisgeschlechtlichkeit als gesellschaftliche Norm voraus. Es wird also davon ausgegangen, dass sich alle Menschen ihr ganzes Leben lang mit dem bei der Geburt zugeschriebenen Geschlecht identifizieren. Zudem liegt der Cisnormativität die Annahme eines binären Geschlechtersystems zugrunde, in dem es nur männlich und weiblich gibt. Damit werden trans*, inter* und nicht-binäre Personen unsichtbar gemacht, pathologisiert und diskriminiert.

In vielen alltäglichen Situationen wird Cisnormativität deutlich, z. B. wenn die Eltern von Säuglingen gefragt werden „Was ist es denn?“. Dabei wird schon bei Kindern, die sich noch nicht selbst äußern können, eine klare Geschlechtszugehörigkeit als Junge oder Mädchen erwartet.

Die binäre Geschlechtereinteilung, die enge Verknüpfung von sportlicher Leistung mit dem angenommenen ‚biologischen‘ Geschlecht und die Praxis der Zwangsoffenbarung von trans*, inter* und nicht-binären Personen reproduzieren cisnormative Strukturen fortlaufend.

Herausragende Leistungen von Personen, die nicht dem erwarteten Bild einer weißen cis Frau entsprechen, werden wie etwa im Fall der Tennisspielerin von Serena Williams häufig genutzt, um die Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht in Frage zu stellen und Abweichungen sichtbar zu machen.

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