Heteronormativität ist eine gesellschaftliche Norm, die von der Endo- sowie Cisgeschlechlechtlichkeit und Heterosexualität aller Menschen ausgeht: Nach dieser Norm sind also zunächst alle Menschen eindeutig entweder Männer oder Frauen. Diese beiden Geschlechter unterscheiden sich des Weiteren grundsätzlich und beziehen sich in exklusiven Zweierbeziehungen sexuell und romantisch aufeinander. Da unsere Gesellschaft stark heteronormativ geprägt ist, sind Menschen, die diese Kriterien erfüllen, privilegiert. Menschen, die davon abweichen, z. B. trans* und inter* Personen und/oder schwule oder lesbische Menschen, werden hingegen häufig unsichtbar gemacht, pathologisiert und diskriminiert.
Heteronormativität zeigt sich im organisierten Sport etwa an der Einteilung in Frauen- und Männerligen oder beim binär getrennten Schulsport. Sie wirkt aber nicht nur strukturell, sondern auch in Normen und Erwartungen: Trotz eines für den 17. Mai 2024 angekündigten Gruppen-Coming-outs von männlichen Profi-Fußballern hat sich bis dato noch kein aktiver Profi-Fußballer in Deutschland als queer geoutet – ein Zeichen für die stark heteronormativ geprägte Männlichkeit im Profifußball.
Im Frauenfußball sind Coming-outs zwar deutlich häufiger, doch hier schlägt sich Heteronormativität in anderer Weise nieder. Spielerinnen sehen sich nicht selten mit Stereotypen konfrontiert oder werden medial auf ihre sexuelle Orientierung reduziert.