Eine Norm bezeichnet gesellschaftliche Erwartungen und Ansprüche an Menschen. Diese werden sozial, manchmal auch medizinisch oder rechtlich kontrolliert, indem Abweichungen markiert und ggf. bestraft werden, bspw. durch Diskriminierung, Pathologisierung oder Kriminalisierung. In Bezug auf queere Menschen sind vor allem Heteronormativität und Cisnormativität relevant, aber auch normative Vorstellungen von Familien. Es wird also vorausgesetzt, dass alle Menschen hetero- und allosexuell sowie cis- und endogeschlechtlich sind und zudem eine Familienstruktur anstreben, die aus einer Mutter, einem Vater und deren biologischen Kindern besteht. Wird eine dieser Vorannahmen nicht bestätigt, löst dies oftmals Irritationen aus, die zu Diskriminierung führen können.
Im Sport variieren Körpernormen je nach Disziplin: Während im Kugelstoßen muskulöse, breitschultrige Frauenkörper als leistungsfähig gelten, dominieren im Eiskunstlauf oft androgyne Männerkörper. Diese Unterschiede zeigen, dass Erwartungen an ‚typisch männliche‘ oder ‚typisch weibliche‘ Körper durch bestimmte Kontexte gesellschaftlich konstruiert sind. Sport kann daher eine Chance bieten, Körpernormen neu zu definieren.